#26

Zentrum-Nord

„Na komm, nimm‘ noch einen. Einen Kleinen kannst du noch.“
Und die schale Schärfe spült den trockenen Tabakgeschmack weg, weckt mich wieder ein wenig auf, ein bisschen schüttelt es mich auch. Warum das Licht so grell geworden ist oder der Fernseher so schreit, ist mir auch nicht mehr klar. Zwei graue Hinterköpfe, die in das Flirren schauen, durch dicke Gläser. Mehr Gerüche als der vom Schnaps betäubte, mehr süßliche, schwerere.

Mir ist warm mit einem Mal, der Pullover klebt und auch die Hände, die aber nicht wie vom Schweiß. Ich muss weg, nur ganz kurz, damit der bunte Mann im Fernseher mal ein paar Minuten mich nicht mehr anschreit. Ich versuche, mich hochzustemmen, aber die alten Sofakulen sind zu tief, als dass man je von ihnen sich hochstemmen könnte.
„Ach bleib doch noch ein bisschen! Es ist immer so schön, wenn du mal herkommst.“
Ich glaube, ich sollte mich ein wenig hinlegen. Die Armlehne ist eine gute Kopfstütze.
„Soll ich dir eine Decke bringen? Sag mal? Wir haben eine ganz neue, die ist ganz warm!“
Vielleicht auch besser so; Brennen quält sich meinen Rachen hinauf. Ich glaube, ich bleibe noch ein wenig liegen, die Armlehne ist eine herrliche Kopfstütze.