#4

Universität

Und was soll der ganze Quatsch? Seit Stunden schon sitze ich im Saal und muss mir das Kommen und Gehen anschauen, jeder eilt an meinem Stuhle vorbei, bleibt vielleicht kurz stehen, um sich wie zufällig aneinanderstoßend mit einem Genossen auf dem Wege zu unterhalten. Aber keiner bleibt. Und dabei gibt es genug Stühle so wie meinen, tiefe rote Plüschsessel mit hohen Armlehnen, in die man sich hinein verkriechen kann, als wolle man nie mehr aus ihnen hervorkommen. Doch niemand außer mir selbst mag sich setzen, und das Ensemble ist wie ein peinliches Arrangement roter Überflüssigkeit.

Sie bleiben kurz stehen, die Schuhe tropfen noch vom Schlamm dort draußen, sie lachen und scherzen, doch kehren sich bald wieder ab. Das alles sehe ich, denn seit Stunden schon sitze ich im Saal, muss das Kommen und Gehen mir anschauen. Und lesen kann man auch nicht, weil das stetige Kommen und Gehen einem den Kopf rotieren lässt, und schreiben kann man auch nicht.

Ich sitze und träume mich in einen sonnigen Wald voller Sonnenflecken, gestanzt durch die Schablonen der Blätter. Blätter und Schatten, Schatten und Blätter. Und die Sonne. Und ich wäre ein Baum, umgeben von all den anderen Bäumen und es wäre Ruhe.