#8

Markkleeberg

Die verschwitzte Menge, in deren Mitte sie stundenlang tanzten, schwemmt sie wieder aus dem Club, hoch an die Asphalt-Oberfläche. Dehydriert und desillusioniert. Die Morgensonne blendet und sie sehnen sich nach frischer Luft, Flüßigkeit und Kippen. Wer jetzt noch eine Zigarette hat, wird augenblicklich zum Helden.
Kommt, lasst uns baden gehen.
Die Tram zum See hält um die Ecke und wenige Minuten später fahren sie raus aus der Stadt. Die Bahn ist leer, bis auf ein paar einsame Seelen, auf dem Weg zur Arbeit, zu ihren Familien, zu ihren Geheimnissen.
Immer wieder fallen ihre Augenlider zu. Darunter zuckt es ekstatisch. Sie träumen vom Sprung in den kühlen Pool. Einen Köpfer vielleicht. Die Luft anhalten bis kurz vorm Platzen. Von irgendwoher knipst eine Einweg-Unterwasserkamera. Blubberblasen, Grimassen und verrutschte Unterwäsche. Ein paar Sekunden später gleichzeitig auftauchen. Prusten und lachen. Euphorisch klatschende Hände zerstören die ruhige Wasseroberfläche.
Aber dann kommen sie an. Am See. Und das Vorhaben scheitert. Die Reise der Schlaflosen fordert ihre Opfer. Auffangbecken ist das Netz am Abenteuerspielplatz. Es ist bequem, alle finden einen Platz mit Seeblick, nicht weit von den anderen entfernt. Das leichte Schaukeln bringt sie am Ende doch noch aufs Meer. Bäuchlings, auf einer pinken Luftmatratze mit Guckloch.