#11

Gohlis

Ich stehe am Wasser. Die Wellen schlagen gegen die Felsen, kalt, hart, laut. Und ich stehe am Wasser und warte. Doch worauf? Das habe ich vergessen. Gestern noch, so glaube ich, hatte ich einen Plan. Worauf man im Leben warten und wann man sich bewegen und besonders, was einen bewegen sollte.

Doch heute steh ich am Wasser. Und warte darauf, dass die Wellen mich tragen, fort von hier, einfach weg. Gestern, glaube ich, wusste ich, warum man Beine hat. Ich wusste wie man einen Fuß vor den anderen setzte um ans Ziel zu kommen. Aber welches Ziel eigentlich? Ich habe das Gefühl, dass ich die Antwort gestern noch wusste. Was es noch zu sehen galt, was sich lohnte.

Doch heute, heute steh ich am Wasser. Ich schaue auf den Mond, wie er schwach auf die Gischt scheint. Gestern noch schaute ich in die Sonne und nutze das Licht, um den Weg zu sehen. Jedenfalls, glaube ich, dass es gestern einen gab. Und man ihm durch die Felder folgen konnte. Die Wärme im Rücken. Die Häuser voraus.
Nicht aber heute. Heute steh ich am Wasser. Und falle.